Zeche Zollverein in Essen

Vom Steinkohlebergwerk zum Industriedenkmal

Ein ehemaliges Steinkohlebergwerk avanciert zum weltbekannten Industriedenkmal und ist berühmt für zahlreiche Attraktionen.

Die Zeche Zollverein in Essen war in der Zeit von 1847 bis 1986 ein aktives Steinkohlebergwerk.

Heute ist die Zeche ein Industriedenkmal. Die Kokerei Zollverein sowie die Standorte von Schacht 12 und 1/2/8 der Zeche gehören seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO und sind somit auch ein Wahrzeichen der Europäischen Route der Industriekultur.

Lage von Zollverein

Die Zeche selber bzw. das Hauptgelände mit Schacht 12 und 1/2/8 findet man im Essener Stadtteil Stoppenberg, angrenzend an die Stadtteile Schonnebeck und Katernberg. Den berühmten Blick auf den Doppelbock-Förderturm findet man an der Gelsenkirchener Straße. Die Kokerei Zollverein findet der Besucher zwischen Arensdahls Wiese, Köln-Mindener Straße und Großwesterkamp. Diese drei beschriebenen Anlagen sind das Weltkulturerbe. Die Halden der Zeche Zollverein sind in Gelsenkirchen und Essen-Katernberg zu finden.

Eckdaten der Geschichte

1847 wurde die Zeche vom Industriellen Haniel gegründet und schon 1890 wurden 1 Millionen Tonnen verwertbare Förderung zu Tage gebracht. Nur durch diese Leistung erzielte die Zeche den Spitzenplatz unter den fördernden Anlagen. Dadurch erreichte die Zeche Zollverein den Spitzenplatz unter den deutschen fördernden Anlagen. Im ersten Weltkrieg erreichte die Förderung bereits einen Wert vom 2,5 Tonnen verwertbarer Förderung.

1936 wurde bei Schacht 1/2/8 die Zeche als kleiner Neubau mit ca. 54 Öfen in Betrieb genommen und schaffte somit jährlich rund 200.000 Tonnen Koks. 1937 ersetzte man das alte Doppelstrebengerüst über Schacht 6 durch ein zweigeschossiges Strebengerüst mit einer Förderung.

Mit geringen Beschädigungen überstand Zollverein auch den zweiten Weltkrieg und schaffte sich erneut den Spitzenplatz unter den westdeutschen Steinkohlebergwerken.

Die Bergbau AG der Ruhrkohle Essen übernahm 1968 die Zeche Zollverein.

Am 23.12.1986 legte man die verbliebenen Förderanlagen der Zeche Zollverein endgültig still. Die Kokerei betrieb man noch bis 1983.

Heute

1986 kaufte das Land Nordrhein-Westfalen der Ruhrkohle AG das Gelände ab und stellte alles unter Denkmalschutz. Gelände und Zeche wurden saniert. Zeche und Kokerei Zollverein wurden dann im Dezember 2001 in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Heute nun ist die Zeche Zollverein ein Zentrum für Kreativwirtschaft und Kultur in Essen.

Das Ruhrmuseum, das bisher im Essener Süden als Ruhrlandmuseum bekannt war, wurde im Sommer 2009 dauerhaft in die Kohlenwäsche umgesiedelt.

In diesem Jahr (2010) ist Zollverein der Dreh- und Angelpunkt der Kulturhauptstadt Essen für das gesamte Ruhrgebiet mit zahlreichen Veranstaltungen rund um Kultur und Stadt.

Es ist natürlich jederzeit möglich, die Außenanlage zu bestaunen. Ist der Besucher daran interessiert, das Zechengelände näher zu bestaunen, ist dies durch die zahlreichen, vom Besucherzentrum angebotenen Führungen möglich, die zum Teil sogar noch von ehemaligen Bergleuten geleitet werden.

Auch so manche Veranstaltung lädt in diesen Tagen zu der ein oder anderen Besichtigung von Zollverein ein.

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